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Bundesliga

  • 16. Mai 2015
  • • 15:30
  • • BayArena, Leverkusen
  • Schiedsrichter: R. Hartmann
  • • Zuschauer: 29072
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ENDE
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Ömer Toprak (Mitte) und Anthony Modeste (r.) beharken sich

Dank Calhanoglu: Bayer schlägt Hoffenheim beim Rolfes-Heimabschied

Ömer Toprak (Mitte) und Anthony Modeste (r.) beharken sich

Getty Images

Leverkusen findet schwer in die Partie, ein Traumtor von Calhanoglu bringt die Werkself gegen forsche Hoffenheimer schließlich auf Kurs. Die Analyse.

Bayer Leverkusen hat das letzte Heimspiel der Saison in der Bundesliga gewonnen. Die Schützlinge von Roger Schmidt bezwangen 1899 Hoffenheim, das noch um einen Platz in der Europa League kämpfte, mit 2:0 (1:0).

Tipico

Vor 28.500 Zuschauern in der BayArena war die TSG tonangebend, bis Hakan Calhanoglu Bayer kurz vor der Halbzeitpause auf die Siegerstraße brachte (45.+1). Torjäger Stefan Kießling erhöhte auf 2:0 (61.).

Die Werkself bleibt im sechsten Bundesliga-Heimspiel in Folge ohne Gegentreffer und stellt damit einen neuen Vereinsrekord auf. Zudem sind es neun Pflicht-Heimspiele in Folge ohne Gegentor, das schafften seit 1963 von allen Bundesliga-Teams nur Bayern (1998/99) und Bochum (2003/04).

Calhanoglu verwandelte seinen sechsten direkten Freistoß in dieser Bundesliga-Saison und baut damit den Saisonrekord im Oberhaus seit Beginn der detaillierten Datenerfassung 2004/05 aus.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: 

Im Vergleich zum 0:3 bei Borussia Mönchengladbach gibt es auf Seiten der Gastgeber zwei Änderungen: Karim Bellarabi (50. Bundesliga-Spiel) kehrt nach abgesessener Sperre zurück und ersetzt Julian Brandt. Der gesperrte Lars Bender wird von Stefan Reinartz vertreten. Mit Reinartz und Rolfes bilden zwei Spieler die Doppel-Sechs, für die es das letzte Heimspiel in der BayArena ist. Sie werden vor dem Anpfiff verabschiedet, Ex-Kapitän Rolfes zum Ehrenspielführer ernannt.

Markus Gisdol verändert seine Startelf gegenüber der 1:3-Pleite in Frankfurt auf drei Positionen: Tobias Strobl, Tarik Elyounoussi und Jin-Su Kim rutschen für Ermin Bicakcic, Adam Szalai (beide Bank) und den gesperrten Roberto Firmino in die Startformation der Kraichgauer.

18.: Leno muss zum ersten Mal wirklich eingreifen! Volland schickt Modeste auf halblinks, der läuft Bewacher Hilbert weg und kommt aus 20 Metern zum Abschluss - den Leno mit großer Mühe um den rechten Pfosten lenken muss.

22.: Toller Freistoß von Calhanoglu, aber Baumann wischt den Schuss mit einer tollen Flugparade an die Latte!

25.: Beck mit einem Halbvolley, den er als Aufsetzer aufs Tor bringt. Am Elfmeterpunkt taucht Volland plötzlich mutterseelenallein auf, köpft den Ball aber genau auf Leno - da war er wohl selber zu überrascht, nicht im Abseits zu stehen.

42.: Der Ball zappelt im Netz der Hoffenheimer, aber beim Anspiel von Son aus der Mitte soll Calhanoglu auf halblinks im Abseits gestanden haben. Das sah schon verdächtig nach gleicher Höhe aus. Andererseits hätte Son auch einfach eine Sekunde früher abspielen können.

45.+1, 1:0, Calhanoglu: Was für ein Hammer, was für ein Tor! Hakan Calhanoglu legt sich den Ball bei einem Freistoß fast 40 Meter vor dem Tor zurecht, läuft vier Schritte an und haut drauf - und der Ball segelt wunderbar über die kleine Mauer und unten links ins Eck!

61., 2:0, Kießling: So einfach kann es gehen! Einen langen Ball von Hilbert schirmt Calhanoglu gegen Strobl mittig am Strafraum prima ab, um ihn dann nach halbrechts für Kießling abzulegen - der keine Mühe hat, aus zehn Metern einzunetzen.

77.: Und jetzt wird es rührselig. Über den Lautsprecher kommt Musik, die Fans erheben sich und applaudieren - denn Gonzalo Castro kommt für Kapitän Simon Rolfes, der heute sein letztes Heimspiel bestreitet.

Fazit: Eine Halbzeit lang bot 1899 ein klasse Auswärtsspiel, ohne sich dafür allerdings in Form von Toren zu belohnen. Bayer verdiente sich den Erfolg schließlich mit einer klaren Leistungssteigerung in Durchgang zwei.

Galerie: Der 33. Spieltag in Bildern

Der Star des Spiels: Hakan Calhanoglu. Ein Tor, ein Assist, der türkische Nationalspieler war der Matchwinner für Leverkusen. Nach der Pause sprühte er vor Spielwitz und hatte bei allen gefährlichen Angriffen Bayers den Fuß im Spiel. Es war für ihn in dieser Saison die dritte Partie, in der er an zwei Treffern beteiligt war.

Der Flop des Spiels: Jin-Su Kim. Der 22 Jahre alte Südkoreaner hatte vor allem vor der Pause große Probleme auf seiner linken Abwehrseite. Es kam nicht von ungefähr, dass sein Gegenspieler Karim Bellarabi, ein Flügelstürmer, lange Zeit die beste Zweikampfquote bei der Werkself aufwies. Bemerkenswert schwach auch seine Passquote: Nur 41,7 Prozent der Zuspiele landeten auch beim eigenen Mann.

Der Schiedsrichter: Robert Hartmann begann großzügig, ließ bei den offenen Sohlen von Bellarabi und Calhanoglu in der Anfangsphase die Gelbe Karte stecken. Kims taktisches Foul bei einem Leverkusener Konter gegen Bellarabi übersah er komplett. Bei Calhanoglus Abseitstor vor dem Seitenwechsel war es eine ganz enge Entscheidung – Tendenz gleiche Höhe. Hartmann wirkte generell inkonsequent und ein roter Faden bei seiner Regelauslegung war nicht immer zu erkennen.

Das fiel auf:

  • Hoffenheim trat extrem mutig auf und verabreichte den Leverkusenern die eigene Medizin: Sehr früh pressten die Gäste im Zentrum und eroberten so viele Bälle. Volland und Elyounussi, etatmäßig auf den Außenpositionen aufgeboten, rückten immer wieder nach innen und unterstützen dort Schwegler, Rudy und Polanski.
  • Das Spiel der Gäste war sehr rechtslastig. Mehr als die Hälfte aller Angriffe lief über die Seite von Beck, Rudy und Volland.
  • Leverkusen bekam in den zweiten 45 Minuten deutlich besseren Zugriff auf das Spielgeschehen. Das lag auch daran, dass Reinartz und Rolfes im Zentrum einen guten Job machten. Karim Bellarabi klebte außerdem nicht auf seiner rechten Außenbahn, sondern rückte immer wieder ein und unterstütze Calhanoglu in der Spielgestaltung.

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