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Bundesliga

  • 2. Mai 2015
  • • 18:30
  • • BayArena, Leverkusen
  • Schiedsrichter: C. Dingert
  • • Zuschauer: 30210
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ENDE
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Rico Strieder (l.) spielte überraschend von Beginn an

Mühevoller Werkself-Dreier gegen Bayerns B-Elf

Rico Strieder (l.) spielte überraschend von Beginn an

Bongarts

Ein Rumpfteam der Bayern zieht nach der Pokalniederlage gegen Dortmund auch in Leverkusen den Kürzeren. Nach der Pause wird Bayer effektiv. Die Analyse.

Aus der BayArena berichtet Finn Clausen

Am 31. Spieltag der Bundesliga unterliegt ein Rumpfteam des FC Bayern München mit 0:2 (0:0) gegen Bayer 04 Leverkusen. Das Team von Trainer Roger Schmidt konnte im Kampf um die Champions-League-Plätze einen Big Point landen und vorerst auf den dritten Tabellenplatz klettern.

Tipico

Vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena brachte Hakan Calhanoglu sein Team mit seinem achten direkten Freistoßtor in allen Pflichtspielen verdient in Führung (55.). Anstatt den Druck zu erhöhen, spielten die Bayern locker weiter und waren darauf bedacht, sich nicht zu verletzten. Der eingewechselte Julian Brandt nutze in der 81. Minute einen Konter und netzte zum 2:0-Endstand.

Javi Martinez feierte bei den Münchnern 255 Tage nach seinem Kreuzbandriss sein Comeback und stand direkt in der Startelf. Mit Rico Strieder und Lukas Görtler feierten zwei Bayern-Youngster zudem ihr Bundesliga-Debüt.

Die Werkself klettert mit 58 Punkten auf Platz drei, kann aber am Sonntag von Borussia Mönchengladbach (57) überholt werden.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Pep Guardiola tauscht sein Team nach der Pokalschlappe gegen den BVB (1:3 n.E.) auf sieben Positionen um. Strieder feiert sein Bundesliga-Debüt, auch Weiser, Gaudino, Dante und Pizarro beginnen für die Münchner.

Roger Schmidts Trupp stellt sich nach dem 1:1 im Rhein-Derby gegen Köln ob der Verletzten im Prinzip von selbst auf. Jedvaj und Toprak bilden die Innenverteidigung, links verteidigt Wendell, rechts Hilbert. Im Sturm erhält Kießling den Vorzug vor Drmic.

7.: Götze kommt mit Tempo von links, zieht an Hilbert vorbei und prüft Leno von der Strafraumgrenze mit einem satten Schuss aufs lange Eck. Der Keeper lässt die Kugel nach vorne prallen, doch Jedvaj klärt vor dem lauernden Schweinsteiger.

10.: Calhanoglu geht auf einen zweiten Ball nach einer Ecke und schnibbelt die Kugel sensationell mit dem Außenrist von rechts in die Mitte. Kießling köpft mit Hilfe der Unterkante der Latte ein - doch der Assistent hebt die Fahne. Abseits!

27.: Unfassbar! Gaudino mit einem starken Steilpass auf Götze, der ganz alleine vor Leno auftaucht, rechts am Keeper vorbei geht - doch dann einen recht erbärmlichen Abschluss hinlegt. Der zurückgeeilte Jedvaj klärt den Kullerball noch vor der Linie.

35.: Wieder kriegen die Münchner den Ball nach einer Ecke nicht raus, Rafinha köpft die Kugel völlig unbedrängt Jedvaj in den Fuß. Der Leverkusener nimmt die Kugel an, haut das Spielgerät frei aus elf Metern aber in die Wolken. Glück für die Bayern!

48.: Die Bayern verdaddeln das nächste ganz dicke Ding! Wieder ist es Gaudino, der den Ball klasse durchsteckt zu Pizarro. Der Peruaner dreht am Sechszehner Jedvaj ein, scheitert aus 14 Metern aber am weit herausgerückten Leno.

55., 1:0, Calhanoglu: Wenn aus dem Spiel nix geht, muss es eben der Herr der ruhenden Bälle richten! Martinez reißt Kießling 25 Meter vor Neuers Kasten um - Freistoß! Calhanoglu tritt an und zirkelt die Kugel zwischen Martinez und Schweinsteiger durch die Mauer.

66.: Der Torschütze verarbeitet ein halbhohes Zuspiel rechts im Strafraum gut mit der Brust und flankt in die Mitte zu Son. Der Koreaner legt ab auf Rolfes, dessen Abschluss von der Strafraumgrenze platzierter kommen muss! Neuer hat kein Problem.

76.: Der eingewechselte Görtler mit einer starken Aktion! Der Youngster stibitzt sich den Ball aus der letzten Leverkusener Reihe und schickt so Götze wieder frei auf die Fahrt. Der will von rechts chippen, rutscht aber vor Leno aus. Das Thema kennen die Bayern ja...

81., 2:0, Brandt: Bellarabi klaut Thiago den Ball tief in der Bayer-Hälfte, marschiert dann über den kompletten Platz und bedient Brandt auf rechts. Das eingewechselte Geburtstagskind bleibt cool und donnert das Leder ins kurze Eck.

Fazit: Bayer 04 Leverkusen hatte viele Chancen und spielte mit hohem Druck. Das junge Team von Trainer Pep Guardiola konnte nicht mithalten und kam nur durch Einzelaktionen und Konter zu gefährlichen Abschlüssen. Der Sieg geht völlig in Ordnung.

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Der Star des Spiels: Hakan Calhanoglu. Ein sehenswerter Duell mit vielen Tricks gegen die jungen Bayern, das klar an den Leverkusener ging. Seine Ecken sorgten immer für Gefahr. Die Krönung: sein wettbewerbsübergreifend achtes Freistoßtor der Saison. Mit 78 Ballaktionen auch der umtriebigste Leverkusener.

Der Flop des Spiels: Was ist nur mit Mario Götze los? Wieder einmal konnte der WM-Held seine Chance in der Startelf nicht nutzen. Zwei Mal vergab er eine hundertprozentige Chance und tauchte auch sonst ab.

Der Schiedsrichter: Christian Dingert hatte die Partie von Anfang an problemlos unter Kontrolle. Ein Abseitstor aus der 10. Minute von Stefan Kießling erkannten er und sein Team richtig. Das Ziehen von Javi Martinez vor dem Freistoß-Tor ordnete er ebenfalls korrekt ein.

Das fiel auf:

  • Bayer setzte das Team von Pep Guardiola sehr früh unter Druck. Durch die völlig neue Besetzung traten somit oft Probleme auf Seiten der Bayern auf. Umgekehrt: Bayerns Abwehr spielte aus der Defensive heraus sehr langsam und unkonzentriert.
  • Bayern mit dem ungewöhnlichen Ansatz des Konterns. Götze und Pizarro scheiterten aber mit drei Hundertprozentigen jeweils an Bernd Leno. Die Leverkusener Abwehr stand ansonsten recht sicher, obwohl die Defensive auf Bayer-Seite lange nicht in dieser Konstellation zusammengespielt hat
  • Egal, ob Lahm, Gaudino, Thiago oder ein noch nicht ganz fitter Schweinsteiger: Im Mittelfeld fehlte dem Rekordmeister die körperliche Präsenz. Gaudino, Strieder und Weser ließen sich immer wieder Bälle gegen ihr stämmigen Gegenspieler abluchsen.
  • Bellarabi und Son wechselten oft die Seiten und sorgten für Gefahr durch Überladung der Flügel. Beide waren zudem extrem schnell und spielten gegen relativ langsame Verteidiger, was logischerweise oft zum Vorteil war.
  • Bayern hatte (nach dem Führungstreffer) nur knapp 52 Prozent Ballbesitz. Das ist für ein Team von Pep Guardiola sehr wenig. Danach stellte Leverkusen auf Konter und hatte entsprechend weniger.
  • Statt den Druck zu erhöhen, brachte Pep Guardiola in Lukas Görtler einen weiteren Bundesliga-Debütanten, schonte Phillip Lahm und ließ auch Javi Martinez nicht durchspielen.

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