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Weltmeisterschaft

  • 16. Juni 2014
  • • 00:00
  • • Estadio Jornalista Mário Filho (Maracanã), Rio de Janeiro, Rio de Janeiro
  • Schiedsrichter: J. Aguilar
  • • Zuschauer: 74738
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ENDE
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Messi und die "verdammten Deutschen"

Lionel Messi soll, ja muss Argentinien endlich und wie Diego Maradona 1986 zum Titel führen. Sein Schicksal könnte (wieder) an der deutschen Elf hängen.

Rio de Janeiro. Er weiß es ja selbst. "Solange ich nicht Weltmeister geworden bin, werde ich mich nicht als wahren Champion bezeichnen", sagt Lionel Messi. Zwei Mal schon ist der viermalige Weltfußballer mit Argentinien vorzeitig gescheitert bei einer Weltmeisterschaft - und beide Male an der deutschen Elf.

Jetzt, im Land des Erzrivalen Brasilien, soll, ja muss er endlich in die Fußstapfen des großen Idols Diego Maradona treten. Wie damals in Mexiko der "Goldjunge", soll nun Messi die Albiceleste auf den Thron führen. Doch auf dem Weg zum Pokal könnten erneut die "malditos alemanes", die verdammten Deutschen im Wege stehen.

Das Auftaktspiel am Sonntag (0.00 Uhr im LIVE-TICKER bei Goal) in Rio de Janeiro gegen WM-Debütant Bosnien wird in der Heimat ebensowenig ernst genommen wie die weiteren Gruppenspiele gegen Iran und Nigeria. Auch die nächste Runde dürfte kein Problem darstellen. Dann aber, so befürchten alle, warten wieder die Deutschen. Im Viertelfinale. Wie 2006, als Argentinien mit Bankdrücker Messi im Elfmeterschießen scheiterte. Wie 2010, als Messi und Co. beim 0:4 gedemütigt wurden.

Dabei muss die Seleccion aller Voraussicht nach auf Angreifer Rodrigo Palacio verzichten. Der 32 Jahre alte Profi von Inter Mailand laboriert an einer Verletzung am linken Knöchel und wird nach Angaben von Trainer Alejandro Sabella "wahrscheinlich nicht" spielen können. Alle anderen Spieler seien einsatzbereit, ergänzte Sabella.

Sabella (59) wollte zur Verwunderung der argentinischen Pressevertreter nicht verraten, in welchem System er WM-Neuling Bosnien gegenübertritt. "Ich will nichts verheimlichen, ich habe mich schlicht noch nicht entschieden", sagte er. Für gewöhnlich baut Sabella auf ein 4-3-3. Zum Kreis der Titelanwärter wollte Sabella seine hoch gehandelte Mannschaft indes nicht zählen. "Ich mag das Wort Favorit nicht, das überlasse ich anderen."

Sieg im Maracana? "Wäre wie ein Orgasmus"

Messi soll indes dafür sorgen, dass sich Geschichte nicht erneut wiederholt. "Wir können es schaffen", sagt er - es wäre der dritte Titel nach 1978 und 1986. Maradona glaubt an den Angreifer des FC Barcelona. "Ich bin nicht besorgt. Messi hat seinen Wert oft genug bewiesen", sagt er, und erzählt von seinem (feuchten) Traum: "Das Finale im Maracana gegen Brasilien zu gewinnen, wäre wie ein Orgasmus."

Doch Messi und Argentinien - das war allzu oft ein Coitus interruptus. Seinem einzigen WM-Tor beim Debüt 2006 gegen Serbien folgten sieben Spiele (528 Minuten) ohne Treffer. Doch der "Floh" gelobt Besserung. "Ich habe aus den Fehlern bei vergangenen Weltmeisterschaften gelernt und werde diese nicht wiederholen."

System für Messi angepasst

Doch nicht nur auf der größten Bühne schien es lange so, als verliere Messi seine Magie, sobald er das Trikot der Nationalmannschaft überstreifte. Fans und Medien diagnostizierten eine psychische Blockade und warfen ihm vor, die Heimat sei ihm egal, weil er schon so lange in Spanien lebe. Die Hymne, ätzten sie, könne er auch nicht.

Das änderte sich erst 2011, als Alejandro Sabella Trainer wurde. "Messi ist der beste Spieler der Welt", stellte er klar. Für seinen neuen Kapitän änderte er das System. Im 4-3-3 (oder 4-2-4) ist Argentinien eine Kontermaschine à la Real Madrid geworden. Reicht es für den großen Wurf? Zweifel bleiben.

Dzeko will "Geschichte schreiben"

Messis viele Muskelverletzungen zuletzt und die mysteriösen Spuckattacken wurden mit großer Sorge aufgenommen. Im WM-Quartier nahe Belo Horizonte machte er dagegen einen lockeren Eindruck. Einen Flitzer, der sich wie einer seiner früheren Mitspieler verkleidet hatte, begrüßte er lächelnd mit den Worten: "Ronaldinho, was machst du denn hier?"

Der Respekt der Bosnier vor Messi ist groß. "Immer wenn er den Ball hat, muss jemand bei ihm sein", fordert Trainer Safet Susic. Manndeckung für Messi nennt er zwar "dumm". Er wird aber wohl Stuttgarts Angreifer Vedad Ibisevic zugunsten eines Mittelfeldspielers "opfern". Dahinter soll eine rein "deutsche" Abwehrreihe dicht machen. Stürmerstar Edin Dzeko hofft auf die Sensation. "Wir wollen Geschichte schreiben", sagt er.

Die dunkle Vergangenheit, unter der viele Bosnier noch immer leiden, die aktuellen wirtschaftlichen Probleme, die Flutkatastrophe im Mai - all das sollen und wollen Dzeko und Co. mit ihrem Auftritt in Brasilien wenigstens für ein paar Tage vergessen machen.

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