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UEFA Champions League

  • 3. November 2010
  • • 20:45
  • • Stadio Giuseppe Meazza, Milano
  • Schiedsrichter: H. Webb
  • • Zuschauer: 76357
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Spielbericht Champions League Gruppe G: AC Mailand - Real Madrid

Spielbericht Champions League Gruppe G: AC Mailand - Real Madrid

Pedro Leon verdirbt die Pippo-Show in „San Siro“! Lange lief beim AC Mailand gegen Real Madrid gar nichts zusammen. Doch dann kam Filippo Inzaghi und schoss Milan mit einem Doppelpack mit 2:1 in Front. Aber auch Mourinhos Joker Pedro Leon stach und erzielte in der Nachspielzeit den hochverdienten Ausgleich.

Mailand. Im Spitzenspiel der Gruppe G der Champions League trennten sich der AC Mailand und Real Madrid 2:2-Unentschieden.

PERSONAL & TAKTIK

Mailands Coach Massimiliano Allegri setzte auf eine 4-3-3-Formation. Das Tor hütete Christian Abbiati und in der Abwehrreihe liefen Ignazio Abate, Thiago Silva, Alessandro Nesta und Gianluca Zambrotta auf. Neben Spielmacher Andrea Pirlo besetzten Kevin-Prince Boateng und Gennaro Gattuso die Halbpositionen im Mittelfeld. Die beiden Stürmer Zlatan Ibrahimovic und Alexandre Pato sollten von Ronaldinho, der zurückgezogen agierte, gefüttert werden. Der zuletzt starke Robinho nahm gegen seinen Ex-Klub zunächst auf der Ersatzbank Platz.

Keine Überraschungen bei den Gästen aus der spanischen Hauptstadt, Trainer Jose Mourinho setzte auf seine erfolgreiche Elf der letzten Wochen: Vor Keeper Iker Casillas bildeten in Mourinhos 4-2-3-1 Sergio Ramos, Pepe, Ricardo Carvalho und Marcelo die Viererkette. Vor den Abräumern Xabi Alonso und Sami Khedira sollte das Trio Angel di Maria, Mesut Özil und Cristiano Ronaldo wirbeln. Als einzige Spitze lief Gonzalo Higuain auf.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Großes Taktieren fand nicht statt, es ging gleich voll zur Sache. Abbiati musste einen Schuss von Higuain aus 16 Metern abwehren (3.) und Pepe köpfte nach einem Alonso-Freistoß völlig blank aus fünf Metern vorbei (9.). Kevin-Prince Boateng scheiterte mit einer Direktabnahme an Iker Casillas und Xabi Alonso setzte einen knallharten Versuch nur knapp am linken Pfosten des Mailänder Kastens vorbei (12.). Real war tonangebend und bemüht, das Tempo hoch zu halten. Wäre Angel di Maria nach einem Konter nicht so eigensinnig gewesen, wäre nach knapp einer Viertelstunde der verdiente Führungstreffer für die Madrilenen gefallen (13.).

Eine Doppelchance durch Higuain und di Maria machte Andrea Pirlo zunichte, als er binnen weniger Sekunden jeweils per Kopf auf der Linie klärte (20.). Milan hatte seine dickste Gelegenheit der ersten 45 Minuten, als Zlatan Ibrahimovic im Eins-gegen-Eins an Iker Casillas scheiterte (23.). Real hatte das Geschehen in der Folge weiter gut im Griff und stand vor allem defensiv sehr gut. Doch große Chancen erspielten sich die Mourinho-Schützlinge nicht. Milan war bemüht, nach vorn zu spielen, biss sich mit vielen langen Bällen aber die Zähne an der Abseitsfalle der Gäste aus. Als die rund 80.000 im restlos ausverkauften „San Siro“ schon mit einem 0:0 zur Pause rechneten, schlugen die „Blancos“ doch noch zu: Angel di Maria marschierte nach einem Ballverlust von Boateng durch das Mittelfeld, steckte durch zu Gonzalo Higuain und der Argentinier netzte aus zehn Metern zum 0:1 ein (45.).

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE


Nach dem Seitenwechsel gab der bis dahin blasse Cristiano Ronaldo den ersten Torschuss ab, fand aber in Abbiati seinen Meister (47.). Am Spielgeschehen änderte sich wenig, Milan mühte sich, Madrid kontrollierte. Massimiliano Allegri reagierte und brachte früh Joker Filippo Inzaghi für den schwachen Ronaldinho in die Begegnung. Eine Einwechslung, die sich bezahlt machen sollte: Nach 68 Minuten gewann Zlatan Ibrahimovic im Mittelfeld einen entscheidenden Zweikampf mit Pepe und drang mit dem Leder am Fuß in den Sechzehner ein. Bei seiner Hereingabe spekulierte Casillas, wehrte den Ball unglücklich ab und Inzaghi köpfte den Ball in leere Gehäuse.

Milan rannte, Milan kämpfte und wurde für den enormen Einsatz belohnt. Gennaro Gattuso spielte einen Steilpass auf Inzaghi. Der Angreifer stand klar im Abseits, das englische Schiedsrichtergespann ließ jedoch weiterspielen. Inzaghi eilte allein auf Iker Casillas zu und schob den Ball zum 2:1 über die Linie (78.). Das Stadion wurde zu einem Tollhaus, die Stimmung war kaum zu überbieten. Real war angeknockt, diesen Rückschlag mussten die Gäste erstmal verdauen. In der dritten Minute der Nachspielzeit besorgte der ebenfalls eingewechselte Pedro Leon nach glänzendem Pass von Karim Benzema den 2:2-Endstand.



SCHLÜSSELSPIELER & -SZENEN


Bei den Hausherren gefielen Innenverteidiger Thiago Silva und der leidenschaftliche Gennaro Gattuso, der im Mittelfeld abräumte. Rechtsverteidiger Ignazio Abate spielte ebenfalls ordentlich. Die Madrilenen zeigten eine geschlossene Mannschaftsleistung. Angel di Maria, Xabi Alonso und Ricardo Carvalho ragten dabei heraus.

Real gab lange Zeit den Ton an, münzte das aber nicht in eine Vorentscheidung um. Dann brachte Massimiliano Allegri Filippo Inzaghi in die Begegnung und stellte auf ein System mit zwei echten Stürmern um. Diese Maßnahme erwies sich als goldrichtig, denn so entschieden die Mailänder die Partie. Auch Mourinho hatte bei seinen Einwechslungen ein glückliches Händchen: Seine Joker Karim Benzema und Pedro Leon waren gemeinsam für den Ausgleichstreffer verantwortlich.

SPIELER DES SPIELS: Filippo Inzaghi

Wenn bei Milan nichts mehr geht, dann kommt Filippo Inzaghi. So auch heute Abend. Der 37-jährige unterstrich nach seiner Einwechslung, warum er mit seinen 37 Jahren noch immer ein Torjäger erster Güte ist. Wegen seiner Kurzzeiteinsätze spiegelt sich das in den Castrol Rankings nicht nieder, dort rangiert er mit 205 Punkten nur auf Platz 1354.

SCHIEDSRICHER: Howard Webb (England) – NOTE: 6.5

Der Unparteiische, der im Sommer das WM-Endspiel zwischen Spanien und den Niederlanden leitete, machte seine Sache lange Zeit sehr gut. Gemeinsam mit seinem Gespann lag er bei allen wesentlichen Szenen im ersten Durchgang richtig. Er ließ viel laufen und ermöglichte damit ein flüssiges Spiel. Dann hätte Filippo Inzaghi nach seinem rüden Schubser gegen Xabi Alonso Gelb sehen müssen (61.) und der Siegtreffer der Hausherren fiel aus einer klaren Abseitsposition heraus.

SPIELNOTE: 8

Vor allem zu Beginn war das Tempo immens hoch, dazu diese dramatische zweite Halbzeit. Bei diesem Spiel kamen sowohl Liebhaber des feinen Fußballs, als auch Taktikfüchse auf ihre Kosten.

FAZIT

Lange wirkte es, als sei Real erneut eine Nummer zu groß für die „Rossoneri“. Doch es offenbarte sich, dass es der Mourinho-Elf am letzten Schliff, der letzten Kaltschnäuzigkeit fehlt. Milan kämpfte bedingungslos und verdiente sich so noch einen Zähler. Madrid ist nun sicher im Achtelfinale. Milan besitzt gute Karten, dem heutigen Gegner dorthin zu folgen.

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