Abpfiff
Januar 29, 2012 5:30 nachm. CET
Mercedes-Benz-Arena — Stuttgart
Schiedsrichter:‬ G. Perl‎
Zuschauer:‬ 53600‎
 
 
Mike Hanke 31′
 
Marco Reus 81′
 

Kann „Angstgegner“ VfB Stuttgart Borussia Mönchengladbach stoppen?

Letzte Saison setzte es für die „Fohlen“ bei den Schwaben eine deftige 0:7-Klatsche. Glaubt man der Statistik, scheint die Revanche zu einem schwierigen Unterfangen zu werden.

Von Gregor Becker

Im Hinspiel gab es ein Remis zwischen Borussia Mönchengladbach und Stuttgart
Bongarts
Stuttgart. Borussia Mönchengladbach kann nach dem furiosen Sieg gegen Bayern München mit breiter Brust gegen den VfB Stuttgart auflaufen, doch der Tabellenzehnte zählt nicht gerade zu den Lieblingsgegnern der „Elf vom Niederrhein“. Von den letzten 27 Spielen gewann Gladbach lediglich eins und der letzte Sieg in Stuttgart datiert vom Dezember 1994. Allerdings konnte das Team von Trainer Lucien Favre in dieser Saison schon mehr als eine Negativ-Serie durchbrechen und nahm dem Rekordmeister sogar alle sechs Punkte ab.

Ibisevic in der Startformation

Die Woche fand für den VfB Stuttgart am Dienstagabend um 22:30 Uhr in Hoffenheim ihren Höhepunkt, als der Transfer von Vedad Ibisevic in trockenen Tüchern war. Der Stürmer wechselt mit sofortiger Wirkung zu den Schwaben und wird gegen Borussia Mönchengladbach in der Starformation stehen. „Vedad wird spielen, er steht voll im Saft“, gab Trainer Bruno Labbadia dann auch auf der Pressekonferenz am Donnerstag bekannt. Für Ibisevic ist der derzeitige Tabellenvierte ebenfalls so etwas wie ein Lieblingsgegner. In fünf von acht Spielen ging der Bosnier als Sieger vom Platz und steuerte drei Tore bei. „Mit ihm sind wir noch variabler, können mehrere Systeme spielen. Aber nicht nur Vedad, sondern die ganze Mannschaft ist gegen Gladbach gefordert“, nimmt sein Trainer auch die Teamkollegen in die Pflicht.

Labbadia mit Personalsorgen

Für den 27-jährigen Neuzugang muss entweder der Russe Pavel Progrebnyak oder Cacau weichen, der zuletzt nicht mehr in den Mannschaftsrat gewählt wurde und somit in der Hierarchie beim VfB Stuttgart nach unten durchgereicht wurde. Dieser Umstand dürfte für den „Helmut“ die Suche nach seiner Form erschweren. Ansonsten liegen die Probleme beim Personal der Schwaben weiter hinten. Mittelfeld-Antreiber Christian Gentner hat weiterhin Probleme mit Hüftbeuger und Schambein und wird bis Sonntag vermutlich ebenso wenig fit wie Kollege Timo Gebhart, der immer noch an einem Muskelbündelriss laboriert. Außerdem fehlen Labbadia mit Boka, Traore und Bah drei weitere Alternativen, die allesamt beim Afrika-Cup weilen.

Labbadia fordert mehr Konzentration bei Standards

Gegen Gladbach wird vor allem die Defensive gefordert sein. „In den ersten acht, neun Spielen gehörten wir zu den defensiv stärksten Teams, haben bei Standards gut ausgesehen. Hier waren wir jüngst zu nachlässig, nicht konsequent genug. Das müssen wir ändern, müssen sehr konzentriert sein“, gab Bruno Labbadia dann auch zu Protokoll. Dessen Improvisationstalent dürfte bei der Zusammensetzung der Abwehr auch am meisten gefragt sein. Vor allem wenn Khalid Boulahrouz, der erst seit Donnerstag wieder im Training ist, ebenfalls ausfällt. Mit welchem Personal der VfB Stuttgart letztlich auch antreten wird, der Respekt vor dem Gegner ist groß. „Gladbach kommt aus einer guten Ordnung und hat eine hohe Bereitschaft, schnell umzuschalten. Sie haben genug Selbstvertrauen, um auch mal nur auf die eine Situation zu warten“, schloss der Coach mit lobenden Worten für die „Fohlenelf“ die Pressekonferenz.



„Luxusproblem“ Innenverteidigung

Am Niederrhein herrscht dagegen eitel Sonnenschein. Dort wird vermutlich sogar eine Verletzung zu der Lösung eines Problems geraten. Trainer Lucien Favre muss sich bis Sonntag entscheiden, ob er Abwehrchef Dante wieder zurück in die Abwehr beordert. Der Brasilianer pausierte gegen Bayern München wegen seiner fünften gelben Karte, während sich die Innenverteidigung um Martin Stranzl und Roel Brouwers Bestnoten verdiente. Allerdings zog sich der Niederländer in diesem Spiel eine Rückenblessur zu und musste im Training kürzer treten. „Es geht ihm etwas besser, es ist aber immer noch nicht optimal“, sagte Favre, dessen „Luxusproblem“, die Zusammensetzung des Defensiv-Personals, sich damit aller Voraussicht nach in Wohlgefallen auflösen wird.

Startelf ohne Überraschungen?


Ansonsten hat der Trainer alle Mann an Bord und wird vermutlich das gewohnte Stammpersonal gegen die Schwaben ins Rennen schicken. Die Aufstellung der „Fohlenelf“ kann inzwischen jeder Anhänger von Borussia Mönchengladbach auswendig herunterbeten und so wird neben der „Rakete“ Reus auch der zweite Sommer-Abgang Roman Neustädter zum Einsatz kommen, den einige Fans angesichts der Wintereinkäufe Ring und Cigerci bereits auf der Tribüne wähnten. Doch die Neuen sind noch nicht so weit und Neustädter, der sich zuletzt immer mehr zum Taktgeber entwickelte, ist einfach zu wichtig für den wohlsortierten Defensivverbund Favres.

Kein Ersatz für Bobadilla


Ebenfalls nicht mit von der Partie wird Raul Bobadilla sein, der Gladbach am Donnerstag endgültig Richtung Bern verließ. In den Planungen seines Trainers nahm der bullige Stürmer ohnehin keine große Rolle ein. Sportdirektor Max Eberl zeigte sich auf Nachfrage zufrieden mit dem Kader und gab an, dass er in dieser Transferperiode wahrscheinlich nicht mehr nachrüsten wolle. Zudem könnten laut Favre der Japaner Yuki Otsu oder der Australier Matthew Leckie Bobadilla ersetzen und mehr Spielzeit erhalten.

Favre sieht eine schwierige Aufgabe

Den Gegner hat der Schweizer Coach wie immer genau studiert. „Stuttgart hat eine sehr gute Mannschaft. Sie sind immer gefährlich. Wir müssen sehr gut spielen, um dort etwas zu erreichen. Stuttgart war nicht schlechter als Schalke, aber sie haben zwei Tore nach Ecken kassiert“, erklärte der 54-Jährige auf der Pressekonferenz, der davon ausgeht, dass der VfB in einem 4-2-3-1-System auftritt und Cacau hinter Neuzugang Ibisevic zum Einsatz kommt. Wie eigentlich vor jedem Spiel spricht Lucien Favre von einer schwierigen Aufgabe. Doch die Vorzeichen stehen gut, dass es der „Fohlenelf“ gelingt, eine weitere Negativ-Serie zu durchbrechen.

Eure Meinung: Setzt sich Borussia Mönchengladbach mit einem Sieg gegen Stuttgart weiter oben fest?

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Team-News
Kader
1Marc-Andre ter StegenTor
16Havard NordtveitMittelfeld
17Oscar WendtAbwehr
31DanteAbwehr
39Martin StranzlAbwehr
7Patrick HerrmannMittelfeld
11Marco ReusMittelfeld
13Roman NeustädterMittelfeld
18Juan Fernando ArangoMittelfeld
24Tony JantschkeAbwehr
19Mike HankeAngriff
33Christofer HeimerothTor
2Matthias ZimmermannAbwehr
5Alexander RingMittelfeld
6Tolga CigerciMittelfeld
14Thorben MarxMittelfeld
20Mathew LeckieMittelfeld
10I. De CamargoAngriff
Das Duell
Vedad Ibisevic
Vedad Ibisevic
Position: Angriff
Trikotnummer: 9
Spiele Tore GK RK
15 8 3 0
Natürlich richten sich alle Augen auf den Neuzugang aus Hoffenheim. Findet der Bosnier schnell die Bindung zu seinen neuen Mannschaftskameraden und erzielt er vielleicht sogar seinen ersten Treffer für den VfB Stuttgart?
Juan Fernando Arango
Juan Fernando Arango
Position: Mittelfeld
Trikotnummer: 18
Spiele Tore GK RK
34 6 4 0
Juan Arango steckt seit Wochen in Vertragsverhandlungen mit der Borussia. Hat er den Kopf frei und führt er die Fohlenelf mit seinen klugen Pässen zum fünften Auswärtssieg der Saison?
Der Tipp
Borussia Mönchengladbach beendet die nächste Negativ-Serie und siegt seit 1994 erstmals wieder beim VfB Stuttgart. Während die Abwehr der Borussia nichts anbrennen lässt, reicht vorne ein genialer Moment, um den knappen Sieg in der Mercedes-Benz Arena einzufahren.
Der Goal.com-Tipp
Match-Zentrale
 
Top-Torjäger
Spieler   Tore Elfmeter
Klaas-Jan Huntelaar Klaas-Jan Huntelaar
Angriff
Schalke
29 6
Mario Gomez Mario Gomez
Angriff
Bayern
26 4
Robert  Lewandowski Robert Lewandowski
Angriff
Dortmund
22 0
Lukas Podolski Lukas Podolski
Angriff
1. FC Köln
18 3
Claudio Pizarro Claudio Pizarro
Angriff
Werder Bremen
18 2