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Juni 24, 2010 4:00 nachm. CEST
Ellis Park, Johannesburg
Schiedsrichter: Howard Webb (ENG)
Slowakei
Slowakei
Italien
Italien
Spielbericht WM 2010 Gruppe F: Slowakei - Italien
Mamma mia, das Unfassbare ist wahr geworden: Weltmeister Italien verabschiedet sich als Gruppenletzter sang- und klanglos von dieser Endrunde. Gegen die Slowakei kassierte die Lippi-Elf nach ganz schwacher Leistung eine 2:3-Pleite und darf nun die Heimreise antreten.
Von Falko BLÖDING
Johannesburg. Paukenschlag in der Gruppe F: Weltmeister Italien ist draußen! Die Elf von Marcello Lippi verschlief gegen die Slowakei die ersten 60 Minuten, kassierte eine 2:3-Niederlage und muss nun die Koffer packen.
Slowakeis Coach Vladimir Weiss entschied sich für ein 4-5-1-System mit der einzigen Spitze Erik Jendrisek. Die offensive Dreierreihe dahinter bestand aus Robert Vittek, Miroslav Stoch und Marek Hamsik. Dahinter sollten Juraj Kucka und Zdeno Strba abräumen. In der Viererkette spielten Peter Pekarik, Martin Skrtel, Jan Durica und Radoslav Zabavnik. Zwischen den Pfosten stand Jan Mucha.
Italiens Trainer Marcello Lippi stellt im Gegensatz zu den ersten beiden Partien von seinem 4-2-3-1 auf eine 4-3-3-Formation um: Dabei blieb die Viererkette mit Gianluca Zambrotta, Giorgio Chiellini, Kapitän Fabio Cannavaro und Domenico Criscito unverändert. Im Tor vertrat wieder Federico Marchetti den verletzten Gianluigi Buffon. Im Mittelfeld lief Gennaro Gattuso für Claudio Marchisio an der Seite von Daniele de Rossi und Riccardo Montolivo auf. Der wiedergenesene Andrea Pirlo drückte zunächst die Ersatzbank. Das Sturmtrio bildeten Simone Pepe, Antonio di Natale und Vincenzo Iaquinta.
SPIELVERLAUF: 1. HALBZEIT
Nach den ersten beiden kleineren Chancen durch Vinzenco Iaquinta (4.) und Marek Hamsik (6.) kam die Partie nur gemächlich in die Gänge. Viele Fouls ließen kaum Spielfluss aufkommen. Die Slowaken hatten mehr vom Spiel und taten deutlich mehr für ihre Offensive, Italien präsentierte sich lethargisch und ohne jeglichen Zug zum Tor. Das bestrafte die Slowakei nach 25 Minuten: Daniele de Rossi leistete sich einen bösen Ballverlust in der Vorwärtsbewegung, Juraj Kucka schaltete blitzschnell und passte das Leder zu Robert Vittek und der ehemalige Nürnberger vollstreckte aus 16 Metern eiskalt zum 1:0.
Dieses Gegentor sorgte nicht nur für einen Schock beim italienischen Anhang, auch bei den Spielern der „Azzurri“ zeigte es Wirkung. Der Außenseiter hatte das Spiel bis zum Pausentee im Griff. Italien kam nur noch zu einer Chance, als Martin Skrtel per Kopf beinahe für ein Eigentor sorgte (41.). Kurz vor dem Pausenpfiff hätte Erik Jendrisek um ein Haar gar auf 2:0 erhöht, er traf mit einem strammen Schuss aus 17 Metern das Außennetz (45.).
Marcello Lippi reagierte zum zweiten Durchgang: Er brachte mit Christian Maggio und Fabio Quagliarella zwei frische Kräfte mit Offensivdrang in die Begegnung. Das Spiel seiner Mannschaft wurde dennoch nur marginal besser. Die erste Möglichkeit zum Ausgleich vergab wieder Iaquinta, der einen Kopfball nach Pepes Flanke links am Kasten vorbei setzte (50.). Antonio di Natale hatte bei einem Versuch aus spitzem Winkel ebenso kein Schussglück (56.) wie später von der Strafraumgrenze (63.).
Der Titelverteidiger musste mehr Risiko gehen und hatte durch Fabio Quagliarella die dickste Chance des Spiels, aber Martin Skrtel klärte seinen Schuss aus der Drehung gerade noch auf der Torlinie (67.). Die Slowakei kam zu Konterchancen: Die erste vergab Miroslav Stoch (69.), doch dann schlug erneut Robert Robert Vittek zu. Er profitierte davon, dass Giorgio Chiellini nach einer Ecke schlief und netzte aus vier Metern ein (73.).
Die Italiener öffneten das Visier nun vollends und wurden mit dem Anschlusstor durch Antonio di Natale belohnt. Iaquinta hatte Quagliarella per Hacke frei gespielt. Der Mann aus Neapel scheiterte zwar an Mucha, doch di Natale staubte zum 2:1 ab (81.). Vier Minuten später zappelte der Ball erneut im Netz der Slowaken, doch bei Quagliarellas Treffer aus kurzer Distanz entschied das Schiedsrichtergespann auf Abseits (85.).
Stattdessen machte die Slowakei durch einen erfolgreich abgeschlossenen Konter des eingewechselten Kamil Kopunek den Sack zu (89.). Quagliarellas verkürzte mit einem feinen Heber noch auf 3:2 (90.) und in der fünften Minute der Nachspielzeit vergab Simone Pepe den möglichen Ausgleich aus kurzer Distanz.
SCHLÜSSELSZENE
Nach dem Anschlusstreffer durch di Natale waren die „Azzurri“ merklich am Drücker und der Ausgleich lag in der Luft. Doch Kamil Kopunek, der keine 120 Sekunden zuvor ins Spiel gekommen war, sorgte mit dem 3:1 für die Entscheidung.

SCHLÜSSELSPIELER
Die Slowaken waren im zentralen Mittelfeld überlegen. Dies ist der Verdienst der beiden emsigen Juraj Kucka und Zdeno Strba. Marek Hamsik und Robert Vittek lieferten mit Abstand ihre besten Leistungen bei diesem Turnier ab. Die Italiener enttäuschten auf ganzer Linie. Lediglich die bemühten Antonio di Natale und Fabio Quagliarella sammelten Pluspunkte.
Turkish Airlines präsentiert den TOPSPIELER DES SPIELS: Robert Vittek
Der ehemalige Nürnberger in Diensten des OSC Lille hatte angekündigt, sich bei der WM für andere Klubs empfehlen zu wollen. Das gelang ihm mit seinem agilen Auftritt heute gewiss. Er schoss zwei Tore und war ein ständiger Unruheherd.
SCHIEDSRICHTER: Howard Webb (England) – Note: 4.5
Der Unparteiische leitete die Begegnung souverän. Bei Skrtels Rettungstat auf der Linie nach dem Schuss von Quagliarella ließ er zu Recht weiterspiele. In der hitzigen Schlussphase behielt er zunächst kühlen Kopf, pfiff dann aber Quagliarellas zwischenzeitliches 2:2 wegen Abseits ab. Eine Fehleinschätzung!
Anmerkung: Die Noten reichen wie bei der Spielnote von einem Punkt (grottenschlecht) bis zehn Punkte (weltklasse).
STATISTIK
Slowakei-Star Marek Hamsik steht bei etlichen Topklubs im Notizbuch. Noch spielt er in der Serie A beim SSC Neapel. Dort zählte er zu den Stützen in der erfolgreichen letzten Spielzeit. In den Castrol Rankings rangiert der Mittelfeldspieler mit 638 Punkten auf Platz 218. Heute.
SPIELNOTE: 6.5
Es war kein hochklassiges, dafür aber ein packendes Spiel. Die spannenden letzten 30 Minuten entschädigten für den müden Kick der ersten Hälfte.
FAZIT
Die Sensation ist perfekt! Italien galt sicher nicht als Topfavorit, doch in dieser Gruppe war das Weiterkommen eigentlich eine Pflichtaufgabe. Der Weltmeister wachte auf, als es zu spät war und die Slowaken verdienten sich den Einzug in die nächste Runde mit einer couragierten Vorstellung.
Eure Meinung: Wie habt Ihr das Spiel gesehen?
Ersatzbank & Wechsel
Ersatzbank & Wechsel
Tor
Eigentor
Elfmeter
Elfmeter verschossen
Gelbe Karte
Vorlage
Elfmeter gehalten
Tor Elfmeterschießen
Fehlversuch Elfmeterschießen
Gelb-Rote Karte
Rote Karte
Einwechslung
Auswechslung
Verletzung
Goal.com Note
Man of the Match der Redaktion
Flop of the Match der Redaktion
Top & Flop Rang
Man of the Match der User
Flop of the Match der User
| Spieler | Tore | Elfmeter | |
|---|---|---|---|
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Diego Forlan Corazo
Angriff Uruguay |
5 | 1 |
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David Villa
Angriff Spanien |
5 | 0 |
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Wesley Sneijder
Mittelfeld Niederlande |
5 | 0 |
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Thomas Müller
Angriff Deutschland |
5 | 0 |
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Robert Vittek
Angriff Slowakei |
4 | 1 |


