Algerien
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England
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Spielbericht WM 2010 Gruppe C: England – Algerien
Im ausverkauften WM-Stadion in Kapstadt lieferten sich England und Algerien eine recht müde Partie. Vor allem die Engländer, die in der ersten Halbzeit die Spielanlage gänzlich vermissen ließen, enttäuschten beim torlosen Remis gegen kämpferisch starke Algerier auf der ganzen Linie.
Von Dirian EL AMINE
PERSONAL & TAKTIK
Auf beiden Seiten gab es eine Besonderheit zu beobachten: Sowohl Englands Trainer Fabio Capello als auch sein algerisches Pendant Rabah Saadane entzogen ihrem bisherigen Stammtorhüter das Vertrauen. Nach dem verheerenden Patzer von Robert Green, hütete heute David James das Tor der Insulaner. Bei den Nordafrikanern stand der ursprünglich als Torwart Nummer 3 berufene Rais M'Bohli zwischen den Pfosten.
England setzte in der Defensive auf die Viererkette aus Glen Johnson, Jamie Carragher, John Terry und dessen Vereinskollege vom FC Chelsea, Ashley Cole. Gareth Barry stand nach auskurierter Verletzung im defensiven Mittelfeld. Rooney und Heskey stürmten von Beginn an – mit kräftiger Unterstützung von Lampard, Kapitän Gerrard und dem flinken Aaron Lennon aus dem Mittelfeld.
Die Wüstenfüchse aus Algerien formierten sich in einer 3-4-3-Aufstellung. Madjid Bougherra, Rafik Halliche und Kapitän Anthar Yahia sollten hinten für Ordnung sorgen. Davor bildeten Kadir, Hassan Yebda, Medhi Lacen und der schnelle Belhadj ein Vierergespann im Mittelfeld. Boudebouz und der Wolfsburger Ziani stürmten auf den Außenpositionen, Matmour war die einzige nominelle Spitze.
SPIELVERLAUF: 1. HÄLFTE
Viele hatten wohl einen fulminanten Auftakt der Engländer im Green Point Stadium gegen Algerien erwartet. Doch der blieb vorerst aus. Zahlreiche Ungenauigkeiten prägten das Spiel von der ersten Minute an, Algerien hielt gut dagegen. Nach vier gespielten Minuten nimmt sich dann Englands Spielführer Gerrard ein Herz und versucht frech, den Ball über den weit herausgerückten Algerien-Keeper M'Bohli zu heben. Der Torwart, der erst sein zweites Länderspiel bestreitet, hat Probleme, den Ball zu fangen. Auch auf der anderen Seite hat David James Probleme. Nach einer eher harmlosen Flanke von der rechten Seite, muss Verteidiger Johnson vor dem zögernden Torwart retten.Doch erst als Algerien anfing, richtig Druck auf verhaltene Engländer zu machen, entwickelte sich ein attraktives, körperbetont geführtes Fußballspiel. Immer wieder durchstößt der dribbelstarke Ziani auf der linken Seite Englands Abwehrreihen und startet seine Flankenläufe. Diese bergen ungeahnte Gefahren! Zuerst bringt Carragher mit einem gescheiterten Klärungsversuch Keeper James in Bedrängnis (17.), dann sucht Hassan Yebda per Kopf den Torabschluss. Mit einem so couragierten und offensiven Auftritt der Fennecs hatte die Elf von Fabio Capello offenbar nicht gerechnet. Erst in der 26. Minute kam ein die englischen Fans erregender Moment ins Spiel: Nach einem Querpass Belhadjs am eigenen Sechzehner, setzt Heskey gegen den strauchelnden Halliche nach und kann erst durch Bougherra und den Pfiff des Schiedsrichters, der auf Offensivfoul entscheidet, gestoppt werden.

Ein heiß umkämpftes Spiel: Boudebouz gegen Barry
Die erste Halbzeit neigt sich dem Ende entgegen und England erhöht das Spieltempo kaum merklich, gesteht den forschen Nordafrikanern nach einer gespielten halben Stunde aber weniger Räume zu. Steven Gerrard (30.) und der bis dahin schwache Lampard (33.) suchen den Abschluss aus aussichtsreichen Positionen, scheitern aber am guten Rais M'Bohli im Tor der Algerier. Richtig gute Gelegenheiten bleiben auf beiden Seiten gänzlich aus. Karim Ziani versucht, per Distanzschuss, Torgefahr zu beschwören (35.), im Dress des englischen Teams erarbeiten sich Barry (39.) und Rooney (43.) Chancen, die sich aber als völlig ungefährlich entpuppen. So verlassen Wayne Rooney & Co zur Pause den Platz mit ein wenig ratlosen Mienen.

SPIELVERLAUF: 2. HÄLFTE
Ohne jegliche personelle Veränderungen gehen beide Mannschaften in den zweiten
Durchgang. Auch das Spiel selbst plätscherte dahin wie vor dem Wiederanpfiff: England kann sein Spiel in der Offensive nicht durchsetzen, weil die Algerier geschickt die Räume zustellen und früh attackieren. Folglich ergeben sich die ersten Gelegenheiten für die mutigen Wüstenfüchse: Ziani drischt (50.) die Kugel nach einem Yebda-Freistoß über das Tor. Wirklich zwingend war das aber alles nicht, was die Nordafrikaner da fabrizierten. Auf der Gegenseite vergaben die Europäer ihre Chancen oftmals grob fahrlässig: In Überzahl vertändelt Gerrard (55.) den Ball im algerischen Strafraum, dabei waren genügend attraktive Anspielstationen vorhanden. Zu allem Überfluss sieht Verteidiger Carragher (58.) nach einem Foulspiel gegen Ziani seine zweite gelbe Karte im Turnier. Der Mann vom FC Liverpool fehlt damit im nächsten Spiel gegen Slowenien.
Algerien kreierte aber weiterhin zahlreiche Chancen: Yahia verpasst mit einem stramm geschossenen Freistoß (60.) den Führungstreffer, plötzlich tauchte dann auch noch Matmour frei vor dem englischen Tor auf, James entschärft die Situation jedoch reaktionsschnell. Nach 63 Minuten erhofft sich Capello durch die Einwechslung des schnellen Flügelspielers Shaun Wright-Phillips mehr Schwung. England erhöht tatsächlich das Tempo, doch die starke algerische Abwehr klärt auch die gefährlichsten Szenen mit Bravour. Weder Emile Heskey (70.), noch Gerrard (71.) oder Rooney mit seinem Versuch aus der Distanz (73.) kommen zum Erfolg. Ein Eckball der Three Lions folgt auf den nächsten, doch die Überlegenheit in der Schlussphase nutzte man nicht zu einem Tor. Englands Mannschaft schaffte es nicht, ihrem Trainer Capello zum 64. Geburtstag das passende Geschenk zu bereiten. Gegen kämpferisch sehr starke Algerier tat man sich über die gesamte Spielzeit schwer.
SCHLÜSSELSPIELER
Algerien brachte vor allem über den linken Flügel enorm viel Tempo in die Partie. Das Duo Nadir Belhadj und Karim Ziani schaffte es, Lücken in die englischen Abwehrreihen zu reißen. Auf der rechten Seite sorgte Boudebouz für Glanzpunkte. Die Wüstenfüchse kamen über die Außenpositionen zu zahlreichen Flankenläufen. England konnte vor allem auf die Dienste von Kapitän Gerrard zählen. Der zwar ebenfalls nicht auf der Höhe wirkende Liverpooler versuchte, sein Team kämpferisch motiviert anzufeuern.
SCHLÜSSELSZENEN
Obwohl keine Tore fielen, gab es eine Szene, die die größte Schwäche der Engländer, die mangelnde Spielanlage, offenbarte: Steven Gerrard hat in der 55. Minute auf halbrechter Position viel Raum, geht mit dem Ball in den Strafraum, verpasst dort aber das Zuspiel. Statt einen der freistehenden Stürmer zu bedienen, vertändelt der Kapitän unmotiviert den Ball und macht die Chance damit zunichte.
Turkish Airlines präsentiert denTOPSPIELER DES SPIELS: Madjid Bougherra
Der Verteidiger von den Glasgow Rangers hielt die algerische Defensive auch in den gefährlichsten Szenen der Engländer zusammen. Oftmals klärte er in letzter Instanz, warf sich nimmermüde in jeden Zweikampf.
SCHIEDSRICHTER: Ravshan Irmatov (Usbekistan) - Note: 7
Eine gute Spielleitung des Mannes aus Usbekistan. In der Zweikampfbewertung betont großzügig, ließ das Spiel laufen.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von einem Punkt (grottenschlecht) bis zehn Punkte (weltklasse).
STATISTIK
Englands Wayne Rooney liegt in den Castrol Rankings auf Position vier. Damit ist der bullige Stürmer vor Frank Lampard bester Engländer in der Wertung. Algeriens bester Akteur im Ranking ist Medhi Lacen. Der Mann von Racing Santander liegt auf Platz 490.
SPIELNOTE: 4,5Immer wieder erspielten sich beide Mannschaften Torchancen. Doch meist bewegte sich das Spiel auf unterklassigem Niveau. Kämpferisch starke Algerier kamen nicht zum erfolgreichen Abschluss, England versagte in fast allen Belangen. Immerhin wurde die Spannung lange hochgehalten, da das Spiel ja bis zum Schluss offen blieb.
FAZIT
Nach zwei Remis in Folge wird es eng für die Mannschaft von Fabio Capello. Gegen Slowenien muss das Team wohl gewinnen. Algerien braucht Schützenhilfe, um ins Achtelfinale einzuziehen: Nur wenn die Fennecs die USA besiegen und England gleichzeitig gegen Slowenien nur unentschieden spielt, ist der Einzug in die nächste Runde möglich.
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Tor
Eigentor
Elfmeter
Elfmeter verschossen
Gelbe Karte
Vorlage
Elfmeter gehalten
Tor Elfmeterschießen
Fehlversuch Elfmeterschießen
Gelb-Rote Karte
Rote Karte
Einwechslung
Auswechslung
Verletzung
Goal.com Note
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Flop of the Match der Redaktion
Top & Flop Rang
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Flop of the Match der User
| Spieler | Tore | Elfmeter | |
|---|---|---|---|
|
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Diego Forlan Corazo
Angriff Uruguay |
5 | 1 |
|
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David Villa
Angriff Spanien |
5 | 0 |
|
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Wesley Sneijder
Mittelfeld Niederlande |
5 | 0 |
|
|
Thomas Müller
Angriff Deutschland |
5 | 0 |
|
|
Robert Vittek
Angriff Slowakei |
4 | 1 |

