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Juni 22, 2010 8:30 nachm. CEST
Moses Mabhida Stadium, Durban
Schiedsrichter: Olegario Benquerenca (Portugal)
Südkorea
Südkorea
Nigeria
Nigeria
Spielbericht WM 2010 Gruppe B: Nigeria – Südkorea
Im Endspiel um den Achtelfinaleinzug sicherte sich Südkorea gegen Nigeria das entscheidende 2:2, das allerdings zum Schluss noch einmal mächtig in Gefahr geriet. Nigeria entwickelte phasenweise mächtig Druck. In Durban lieferten sich beide Mannschaften eine packende Partie.
Von Dirian EL AMINE
Durban. Vor 59.000 Zuschauern erstritt sich Südkorea gegen Nigeria ein 2:2 und sicherte sich damit den Einzug ins Achtelfinale. Dabei begann die Partie alles andere als vielversprechend für die Asiaten.
PERSONAL & TAKTIK
Nigerias Trainer Lars Lagerbäck zog aus der Niederlage gegen Griechenland Konsequenzen, ließ zu Beginn Odemwingie und Kapitän Taiwo auf der Bank. So bildeten Odiah, Joseph Yobo, Afolabi und Yussuf die Viererkette vor Torwart Enyeama. Etuhu und Shittu formierten im Mittelfeld die Defensiv-Achse hinter den kreativen Offensivspielern Uche und Hoffenheims Chinedu Obasi. Yakubu stürmte neben Kanu, der die Spielführer-Binde trug.
Südkoreas Elf formierte sich größtenteils wie in den vergangenen WM-Begegnungen. Du-Ri Cha kehrte nach seinem Intermezzo auf der Bank gegen Argentinien in die Startformation zurück, agierte neben Yong-Hyung Cho, Jung-Soo Lee und Ypung-Pyo Lee in der Abwehrkette. Im Mittelfeld wirbelten um die zentral aufgestellten Jung-Woo Kim und Sung-Yong Ki die technisch versierten Flügelspieler Chung-Yong Lee und Kapitän Ji-Sung Park. Das Sturmduo gegen Nigeria hieß Chu-Young Park und Ki-Hun Yeom.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Die Partie, das Endspiel um das Erreichen des Achtelfinales, begann mit einem Paukenschlag: Nigerias wacklige Defensive lässt einen Diagonalpass von Chu-Young Park auf den in den Strafraum geeilten Chung-Yong Lee zu – Glück für die Afrikaner, dass der Mann von den Bolton Wanderers hier nur das Außennetz statt zur Vorentscheidung trifft. Doch der 21-Jährige verletzt sich bei dieser Aktion – er war mit Torwart Enyeama zusammengestoßen – kann aber nach kurzer Behandlungspause weiterspielen. Die Asiaten spielen weiter druckvoll, doch Nigeria bestimmt das Spiel und bemüht sich um ein fehlerloses Aufbauspiel. Sung-Yong Ki versucht es (8.) aus der Distanz, setzt seinen Schuss aber etwas zu hoch an. Doch urplötzlich bringt Nigerias Odiah mit einem schnellen Antritt auf der rechten Außenbahn die koreanische Defensive in Verlegenheit: Weder Ji-Sung Park noch Jung-Woo Kim können ihn stoppen, so führt Odiahs Hereingabe zum frühen 1:0. Im Sechzehner nämlich lauert Kalu Uche, der vor Du-Ri Cha an den Ball kommt und zur Führung einnetzt.
Die Asiaten sind durch den Rückstand sichtlich geschockt, hatten sie sich doch in der Anfangsphase ein klares Chancenplus erzielt. Doch außer Kims Weitschuss (25.) präsentieren sie sich ohne Durchschlagskraft. Ganz anders der Gegner: Nigeria nutzt die Räume geschickt, Yakubu eröffnet immer wieder gute Gelegenheiten (23./27.), die jedoch wirklungslos bleiben. Beide Defensivreihen werden ernsthaft geprüft: Zuerst zwingt der heraneilende Chu-Young Park Shittu zu einem weltklasse Tackling (26.), auf der Gegenseite kommt Obasi nach einem trickreichen Dribbling zum Abschluss, bringt Torhüter Sung-Ryong Jung nicht ins Wanken. Doch allmählich beginnt die Elf um Ji-Sung Park, eine Trotzreaktion auf den Rückstand zu zeigen: Keeper Enyeama lässt sich außerhalb des Strafraums auf ein Duell mit Chu-Young Park ein und sieht nach einem regelwidrigen Zweikampf die gelbe Karte (31.). Der darauf folgende Freistoß wird scharf in den Fünfmeterraum getreten, doch kein Südkoreaner kommt zum Torabschluss. Ganz anders hingegen die Afrikaner, die in Strafraumnähe immer sofort den Abschluss suchen: Der starke Uche trifft nach einem guten Kanu-Zuspiel jedoch nur den Pfosten und lässt die dicke Gelegenheit aus.

Jung-Soo Lee bejubelt sein Tor zum 1:1
Fast postwendend wird diese Nachlässigkeit in der Chancenverwertung bestraft: Obasi wird nach einem Foulspiel auf der rechten Abwehrseite mit Gelb verwarnt, lässt damit einen Freistoß aus aussichtsreicher Position zu. Den wissen die Asiaten zu ihrem Vorteil zu nutzen: Sung-Yong Ki schlenzt die Kugel in den Strafraum, wo Jung-Soo Lee im Rücken der Abwehr per Kof den nicht unverdienten Ausgleichstreffer erzielt (38.). Die Nigerianer wussten sich vor allem in der Rückwärtsbewegung gegen wieselflinke Südkoreaner nicht anders zu helfen, als die Gegner mit regelwidrigen Zweikämpfen zu stoppen. So kassiert Yussuf (42.) die dritte gelbe Karte, Ki-Hun Yeom bringt den anschließenden Freistoß aufs Tor, aus dem aber keine Gefahr resultiert. So steht zur Pause der Spielstand bei 1:1. Nigerias Profis ärgern sich beim Gang in die Kabine über die ausgelassenen Tormöglichkeiten und die Nachlässigkeit beim Gegentor.
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Zu Wiederanpfiff brachte Lagerbäck für den angeschlagenen Yobo mit Echiejile einen neuen
Verteidiger. Südkorea begann so, wie es aufgehört hatte: Forsch spielte die Mannschaft von Coach Jung-Moo Huh nach vorn. Young-Pyo Lee prüft Enyeama (46.) aus der Distanz, wenig später (49.) sorgt ein Freistoß für Jubel bei den Asiaten: Chu-Young Park schlägt das Leder in die kurze Ecke und schafft mit seinem Treffer aus 18 Metern die Wende im Spiel. Nigerias Keeper Enyeama sieht in der Tat nicht gut aus beim erneuten Gegentreffer, der angesichts der spierischen Bemühtheit der Koreaner durchaus verdient ist. Nigeria kam nun schwer in Tritt, haderte mit den Gegentreffern und Südkorea kombinierte munter weiter, offenbarte aber gleichzeitig verheerende Lücken in der Defensive. Diese nutzen die Afrikaner wiederum: Yakubu wird klasse von Odiah freigespielt, vertändelt die Chance aber leichtfertig. Das darf man sich bei einer Weltmeisterschaft nicht erlauben! Auch der eingewechselte Martins zeigt sich zu verspielt. Häufige Ballverluste der Afrikaner verursachen dankbare Kontergelegenheiten. Ji-Sung Park kann aus dem Lauf heraus Chu-Young Park im Sechzehner der Nigerianer anspielen, doch der Stürmer vom AS Monaco scheitert mit der Riesen-Chance auf die 3:1-Führung am in dieser Situation überragenden Keeper Vincent Enyeama.

Eine heiß umkämpfte Schlussphase
Allmählich entwickelte sich eine wirklich verrückte Partie, die an Spannung fast nicht mehr zu überbieten war: Nigerias Yussuf spielt den Ball quer auf Yakubu, der aus kürzester Distanz das leere Tor – Sung-Ryong Jung war längst nicht mehr auf dem Posten – verfehlt (66.). Eine mehr als nur hochkarätige Möglichkeit, die der Angreifer hier auslässt! Letztendlich wird der Eifer der Afrikaner aber belohnt: Der eingewechselte Nam-Il Kim verursacht durch ungeschicktes Abwehrverhalten einen Elfmeter, den ebenjener Yajubu sicher zum 2:2-Ausgleich zu verwandeln weiß (69.). Südkorea kämpfte daraufhin, denn sollte Nigeria hier tatsächlich noch gewinnen – in der Partie zwischen Argentinien und Griechenland stand es zudem Zeitpunkt 0:0 – bedeutete das das Aus für die Asiaten. Zuerst wird Nigerias Shittu bei einem Klärungsversuch fast zu einem Eigentor verleitet worden (72.). Kim (72.), Ji-Sung Park (76.) und Lee (77.) vergeben zum Teil hundertprozentige Chancen! Das gibt es doch nicht. Und dann die Nachricht: Argentinien führt gegen Griechenland! Das spornte die Afrikaner weiter an; ein Sieg gegen Südkorea und man stünde in der nächsten Runde! Noch zehn Minuten blieben zu spielen und da: Martins wird super von Obasi mit einem Steilpass freigespielt, der Wolfsburger taucht nun alleine vor dem südkoreanischen Tor auf (80.), hebt den Ball aber lässig am Kasten vorbei! Ein Aufbäumen Nigerias blieb nicht aus. Obinna versucht es in der 89. Minute, trifft aber nur das Außennetz, wenig später bringt er den Ball erneut scharf in Richtung Tor (90+1.).
SCHLÜSSELSZENEN
Das 1:1 gab der Partie eine interessante Wendung. Wer nämlich eine einseitige Begegnung erwartet hatte, der wurde hier eines Besseren belehrt: Südkoreas Jung-Soo Lee schleicht sich beim Freistoß von der linken Seite im Rücken der Abwehr (38.) in eine gute Position und köpft zum Ausgleich! Ähnlich richtungsweisend war sicherlich das 2:2 per Elfmeter durch Yakubu, das für eine heiß umkämpfte Schlussphase sorgte.
SCHLÜSSELSPIELER
Uche und Kanu wirbelten in Nigerias Offensive und drückten dem Spiel phasenweise ihren Stempel auf. Da Kanu aber in der 57. Minute ausgewechselt wurden, ging diese Qualität verloren. Bei Südkorea brillierte vor allem das Offensiv-Dreieck um Ji-Sung Park, Chu-Young Park und Chung-Yong Lee, in das sich immer wieder Ki-Hun Yeom einschaltete.
Turkish Airlines präsentiert den TOPSPIELER DES SPIELS: Chu-Young Park
Laufstark und stets anspielbereit präsentierte sich der Stürmer vom AS Monaco. Den Treffer zur zwischenzeitlichen 1:2-Führung krönte seinen überzeugenden Auftritt.
SCHIEDSRICHTER: Olegario Benquerenca – Note: 7,5
Auch wenn manche eine zu kleinliche Spielleitung befürchtet hatten, machte sich der Mann aus Portugal wenige Feinde und leitete das Spiel souverän. Blieb seiner Linie treu.
STATISITK
Bester Nigerianer in den Castrol Rankings ist Kalu Uche, der mit 699 Punkten auf Platz 96 der Wertung steht. Erheblich schlechter schneidet da Südkoreas bester Akteur, Chung-Yong Lee, ab: Er rangiert auf Position 403.
SPIELNOTE: 8
Die Ausgangslage war für beide Teams diffizil und als Argentinien plötzlich gegen Griechenland im parallel stattfindenden Spiel führte, spitzte sich die Lage zu: Nigeria drängte auf den Siegtreffer, das machte die Begegnung ungemein attraktiv, zudem war das Spiel recht ausgeglichen.
FAZIT
Südkorea steht in der nächsten Runde, qualifiziert sich als Gruppenzweiter hinter Argentinien für das Achtelfinale während Nigeria in die Röhre schaut und mit nur einem Punkt im Gepäck die Heimreise antreten muss.
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Tor
Eigentor
Elfmeter
Elfmeter verschossen
Gelbe Karte
Vorlage
Elfmeter gehalten
Tor Elfmeterschießen
Fehlversuch Elfmeterschießen
Gelb-Rote Karte
Rote Karte
Einwechslung
Auswechslung
Verletzung
Goal.com Note
Man of the Match der Redaktion
Flop of the Match der Redaktion
Top & Flop Rang
Man of the Match der User
Flop of the Match der User
| Spieler | Tore | Elfmeter | |
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Diego Forlan Corazo
Angriff Uruguay |
5 | 1 |
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David Villa
Angriff Spanien |
5 | 0 |
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Wesley Sneijder
Mittelfeld Niederlande |
5 | 0 |
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Thomas Müller
Angriff Deutschland |
5 | 0 |
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Robert Vittek
Angriff Slowakei |
4 | 1 |
