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Juni 12, 2010 4:00 nachm. CEST
Ellis Park, Johannesburg
Schiedsrichter: Stark Wolfgang (Germany)
Nigeria
Nigeria
Argentinien
Argentinien
Spielbericht WM 2010 Gruppe B: Argentinien – Nigeria
WM-Favorit Argentinien ist mit einem knappen, aber trotzdem verdienten Erfolg über die Super Eagles ins Turnier gestartet. Lionel Messi und Vincent Enyeama unterhielten die Zuschauer in Johannesburg bestens und sorgten für gute Stimmung auf den Rängen. Für den einzigen Treffer der Partie sorgte aber kein Torjäger, sondern ein Abwehrmann.
Von Christoph VOGEL
Johannesburg. Ausgerechnet ein Verteidiger sorgte für einen guten Start Argentiniens ins Turnier und den ersten WM-Sieg von Diego Maradona als Trainer der Albiceleste. Gabriel Heinze erzielte schon in der sechsten Minute den einzigen Treffer beim 1:0-(1:0-)Sieg gegen Nigeria, das erst im zweiten Abschnitt richtig aufwachte.
PERSONAL & TAKTIK
Die Mannschaftsaufstellung der Albiceleste verleitete wie zu erwarten war zum Zungenschnalzen: Im 4-4-2 sollte Superstar Lionel Messi die beiden Spitzen Gonzalo Higuain und Carlos Tevez mit Zuspielen füttern. Dahinter stellte Angel Di Maria noch den offensiven Part, während Juan Sebastian Veron und Javier Mascherano für die Absicherung zuständig waren. Der Münchener Martin Demichelis durfte in der Innenverteidigung neben Walter Samuel ran, nachdem er noch 2006 kurz vor der WM ausgebootet wurde. Dagegen musste Maradonas Schwiegersohn Kun Aguero sogar nur auf der Tribüne Platz nehmen.
Nigerias Trainer Lars Lagerbäck vertraute einem 4-3-3 mit dem Hoffenheimer Chinedu Obasi auf der rechten Außenbahn. Victor Obinna und Yakubu durften ebenfalls im Sturm ran, Obafemi Martins und Osaze Odemwingie mussten überraschend draußen bleiben. Dafür stellten Talent Lukman Haruna und Sani Kaita das Mittelfeld vor Dickson Etuhu. Die Abwehr vor Stammtorwart Vincent Enyema bildeten die erfahrenen Yoseph Yobo und Danny Shittu. Der offensivstarke Taye Taiwo vom neuen französischen Meister Olympique Marseille sollte die linke Seite beackern.
Unter der großartigen Stimmung im Ellis Park in Johannesburg war auch Chinedu Obasi gut aufgelegt: Im Strafraum vernaschte er Jonas Gutierrez und zog das Leder nur knapp am Tor vorbei (3.). Allerdings konterte Argentinien in bester Manier: Messi dribbelte sich Richtung Tor und bediente Higuain mustergültig am Fünfmeterraum, doch der Madrilene schob den Ball am Tor vorbei (4.). Und es ging im Minutentakt weiter: Messi wurde zu zaghaft angegangen und versuchte es mit einem Schlenzer, allerdings wehrte Enyeama zur Ecke ab (6.). Die sollte jedoch schon zur Führung reichen: Der Eckball flog genau auf den Elfmeterpunkt, wo Gabriel Heinze wartete und den Ball unter der Latte im Tor unterbrachte – 1:0 (6.)!
Erst nach rund einer Viertelstunde hatte sich Nigeria gefunden und suchte seinerseits den Weg nach vorne. Argentinien jedoch zeigte große Ballsicherheit und kam durch eine starke Technik selten in Verlegenheit. Nach einem Pass in die Gasse von Messi stand Higuain frei vor Vincent Enyema, der diese Situation für sich entscheiden konnte (21.). Nigeria indes tat sich schwer, zu Torszenen zu kommen. Wenn, dann war Obasi beteiligt: Nach zwei, drei kurzen Pässen landete ein hoher Ball beim jungen Angreifer, doch beim Abschluss traf dieser das Spielgerät nicht richtig und das Rund trudelte zwei Meter am Tor vorbei (28.).
Die Truppe von Diego Maradona nahm das Tempo merklich raus und ließ den Ball in den eigenen Reihen laufen. Wenn die Albiceleste jedoch Ernst machte, wurde es auch ernst: Wieder war es Lionel Messi, der mit Links einen Schlenzer ins lange Ecke probierte, aber Enyeama reagierte erneut prima und machte sich erfolgreich ganz lang (39.). Doch es blieb zur Pause beim verdienten 1:0 für Argentinien, die bis dato Nigeria im Griff hatten, aber noch mit angezogener Handbremse spielten.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Unverändert begannen beide Teams die zweite Halbzeit. Nach gerade einmal zwei Minuten sorgte wer sonst als Lionel Messi für die nächste gefährliche Szene: Altmeister Verón passte von rechts scharf nach innen und der „Zauberfloh“ spitzelte den Ball nur knapp am langen Pfosten vorbei (47.). Während Argentinien sofort das Heft in die Hand nahm, reagierte Lars Lagerbäck und brachte mit Obafemi Martins vom VfL Wolfsburg einen neuen Stürmer. Doch allein diese personelle Umstellung brachte zunächst nicht viel ein, denn Argentinien blieb die bestimmende Mannschaft.
Mit Osaze Odemwingie für Chinedu Obasi brachte Lagerbäck den nächsten frischen Mann und damit auch frischen Wind in das Spiel seiner Mannschaft, die nun offensiver eingestellt war. Die Super Eagles probierten es mit ihren schnellen Angreifern, die Abwehr der Albiceleste zu überlaufen, was Argentinien Platz zum Kontern bot: Über Higuain gelangte der Ball zu Lionel Messi, dessen Schuss vom Rand des Sechszehners aber Zentimeter am linken Pfosten vorbei flog (65.). Sekunden später kam Higuain aus ähnlicher Position zum Abschluss und wieder parierte Vincent Enyeama glänzend (66.). Nun war wieder deutlich mehr Feuer in der Partie, da Nigeria nun mitspielte.
Odemwingie hatte viel Schwung gebracht und nach eben seiner Vorlage verpasste Taye Taiwo mit einem seiner gefürchteten Weitschüsse den Ausgleich (71.). Auf der Gegenseite war Messi kaum zu stoppen, wobei ihm Nigeria auch oft sträflich viel Raum gab. In den Ansätzen waren die Angriffe der Super Eagles gut anzusehen, aber zu selten kamen sie zum Abschluss wie beim Versuch von Obafemi Martins, den Schlussmann Sergio Romero nur mit den Fäusten abwehren konnte (79.). Maradona indes konnte sich den Luxus erlauben, einen Mann wie Diego Milito an dessen 31. Geburtstag erst rund zehn Minuten vor Schluss einzuwechseln. Der bestimmende Akteur blieb Lionel Messi, dessen starker Auftritt die Krönung verwehrt blieb, als er erneut mit einer großen Chance frei vor Enyeama scheiterte (81.).
Aber auch Nigeria hatte sich noch nicht aufgegeben: Yakubu chippte den Ball von der rechten Seite in die Mitte und Kalu Uche stand viel zu frei, hob das Leder jedoch über das Tor (83.). Den Afrikanern lief die Zeit davon. Argentinien wirkte in den letzten Minuten ein wenig zu lässig und stand zu tief in der eigenen Hälfte, sodass die Super Eagles recht unbedrängt kombinieren durften. Doch Argentinien war am Ende dennoch zu souverän, um den Sieg noch in Gefahr geraten zu lassen und spielte das 1:0 abgeklärt über die Zeit.
Es war beinahe ein Privatduell zwischen Nigerias Torwart Vincent Enyeama und Lionel Messi. Der Argentinier scheiterte reihenweise am Schlussmann, der eine starke Leistung zeigte und seine Mannschaft im Spiel hielt. Weiterhin konnten auch Carlos Tevez und der zu spät eingewechselte Osaze Odemwingie überzeugen.
SCHLÜSSELSZENE
Ein einziges Mal konnte die Albiceleste den Gegner überwinden und das nach einem Standard: Die Situation schien im Training einstudiert und Gabriel Heinze bewies Köpfchen. Nicht Zauberfußballer Messi, sondern ein Verteidiger sorgte für den Sieg der Südamerikaner.
SPIELER DES SPIELS: Vincent Enyeama
Eigentlich sagt man ja, die Schwächen der afrikanischen Teams liegen im Tor verborgen, doch Vincent Enyeama bewies das Gegenteil. Der Torwart lieferte eine richtig starke Partie ab und hielt Nigeria im wahrsten Sinne im Spiel.
SCHIEDSRICHTER: Wolfgang Stark (Altdorf, Deutschland) – Note: 7.5
Der deutsche Schiedsrichter hatte alles im Griff und wusste stets die richtigen Entscheidungen zu treffen. Blieb unauffällig und ließ das Spiel auch einmal laufen, wobei die Spieler auf dem Rasen auch keinen Anlass zu überzogenen Strafen gaben, da es insgesamt eine faire Partie war.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
SPIELNOTE: 7.5
Diego Maradona konnte am Ende zufrieden sein, hatte er doch einen gelungenen Auftritt seiner Mannschaft gesehen. Besonders Lionel Messi zeigte in einigen Szenen seine ganze Klasse, während auch Nigeria nicht enttäuschte und einfach Spaß machte.
STATISTIK
Wieder einmal zeigte Lionel Messi, wieso er in der abgelaufenen Saison mit Platz 1 in den Castrol Rankings der beste Spieler der Welt war. Tempodribblings und Torabschlüsse hielten die Fans bei Laune, einzig ein Treffer fehlte dem kleinen Angreifer.
FAZIT
Die Argentinier hatten ausreichend Gelegenheiten, das Ergebnis auf 2:0 zu erhöhen, ließen aber alle Chancen liegen. Nigeria kam erst in der zweiten Halbzeit ins Spiel und zeigte gute Ansätze, die aber heute noch nicht reichten, um eine Mannschaft von Weltklasse-Format wie Argentinien zu besiegen. Der Sieg ging in Ordnung und Lionel Messi ging mit einer starken Leistung ins Turnier.
Eure Meinung: Hätten die Super Eagles zumindest einen Punkt verdient gehabt? Wer gewinnt am Ende die Gruppe B?
Ersatzbank & Wechsel
Ersatzbank & Wechsel
Tor
Eigentor
Elfmeter
Elfmeter verschossen
Gelbe Karte
Vorlage
Elfmeter gehalten
Tor Elfmeterschießen
Fehlversuch Elfmeterschießen
Gelb-Rote Karte
Rote Karte
Einwechslung
Auswechslung
Verletzung
Goal.com Note
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Flop of the Match der Redaktion
Top & Flop Rang
Man of the Match der User
Flop of the Match der User
| Spieler | Tore | Elfmeter | |
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Diego Forlan Corazo
Angriff Uruguay |
5 | 1 |
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David Villa
Angriff Spanien |
5 | 0 |
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Wesley Sneijder
Mittelfeld Niederlande |
5 | 0 |
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Thomas Müller
Angriff Deutschland |
5 | 0 |
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Robert Vittek
Angriff Slowakei |
4 | 1 |

