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Juni 22, 2010 4:00 nachm. CEST
Free State Stadium, Bloemfontein
Schiedsrichter: Oscar Ruiz (Colombia)
Südafrika
Südafrika
Frankreich
Frankreich
Spielbericht WM 2010 Gruppe A: Frankreich - Südafrika
Das „Wunder von Bloemfontein“ ist ausgeblieben! Dennoch verabschiedet sich WM-Ausrichter Südafrika erhobenen Hauptes aus dem Turnier. Zum Abschluss holte die „Bafana Bafana“ einen 2:1-Erfolg gegen einmal mehr schwache Franzosen.
Von Falko BLÖDING
Bloemfontein. WM-Gastgeber Südafrika schnupperte im letzten Spiel der Gruppe A an der Überraschung, ist letztendlich aber doch ausgeschieden. Frankreich verabschiedete sich abermals mit einer enttäuschenden Vorstellung von dieser Endrunde.
Trainer Carlos Alberto Parreira stellte von der bisherigen 4-2-3-1- auf eine 4-4-2-Formation um. Bernard Parker rückte an die Seite von Katlego Mphela im Sturmzentrum. Im offensiven Mittelfeld sollten Steven Pienaar und Siphiwe Tshabalala die Fäden ziehen, dahinter bekleideten Thanduyise Khuboni und MacBeth Sibaya die Abräumerpositionen. In der Viererkette liefen Anele Ngongca, Kapitän Aaron Mokoena, Bongani Khumalo und Tsepo Masilela auf. Das Tor hütete Moeneeb Josephs für den gesperrten Itumeleng Khune.
Bei den krisengebeutelten Franzosen gab es ebenfalls mehrere Umstellungen: Trainer Raymond Domenech setzte unter anderem seinen Spielführer Patrice Evra und Innenverteidiger Eric Abidal auf die Bank, auch Thierry Henry durfte nicht von Beginn an ran. Im 4-3-3 Frankreichs bildeten Djibril Cissé, Franck Ribéry und André-Pierre Gignac den Angriff. Yoann Gourcuff, Alou Diarra und Abou Diaby liefen im Mittelfeld auf und die Abwehrkette vor Keeper Hugo Lloris bestand aus Bacary Sagna, Sebastien Squillaci, William Gallas und Gael Clichy.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Das Spiel war in der ersten Viertelstunde von großer Nervosität auf beiden Seiten geprägt. Beide Mannschaften hatten den Vorwärtsgang eingelegt, waren aber zu unpräzise im Passspiel. Abgesehen von einem ersten Warnschuss durch Gignac nach drei Minuten gab es keine gefährlichen Situationen. Nach gut 20 Minuten wurde es dann aber turbulent: Zunächst ging Südafrika dank freundlicher Hilfe von Frankreichs Keeper Hugo Lloris in Führung. Der Schlussmann von Olympique Lyon tauchte unter einer Tshabalala-Ecke durch und der aufgerückte Khumalo wuchtete die Kugel ins leere Tor (20.).
Fünf Minuten später vergab Mphela die dicke Gelegenheit auf 2:0 zu erhöhen, er verzog nach einem Konter aus 17 Metern ganz knapp. Danach rückte Schiedsrichter Oscar Ruiz in den Blickpunkt. Nach einem Zweikampf zwischen Yoann Gourcuff und Tshabalala schickte er Frankreichs Regisseur völlig überraschend mit der roten Karte vom Feld (26.). Eine völlig überzogene Entscheidung!
Für „Les Bleues“ kam es sogar noch dicker, denn Katlego Mphela nutze eine Konfusion in ihrer Hintermannschaft und netzte aus kurzer Distanz zum 2:0 ein (37.). Wenig später vereitelte Josephs mit einer tollen Reaktion nach einem Freistoß von Ribéry den Anschlusstreffer (39.). 180 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff zog Mphela aus rund 22 Metern ab und zwang Lloris zu einer starken Parade (42.).

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Südafrika kam voller Elan aus der Kabine und hatte direkt zwei gute Möglichkeiten auf 3:0 zu erhöhen: Bernard Parker fand in Hugo Lloris seinen Meister (49.) und Mphela traf nach Traumpass von Tshabalala nur den Querbalken (51.). Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch und auch Frankreich kam zu Chancen. So zum Beispiel Franck Ribéry, der nach einer guten Einzelaktion knapp über den südafrikanischen Kasten schlenzte (59.).
Südafrika spielte mit viel mehr Leichtigkeit, als noch in den ersten beiden Partien, beflügelt von der Aussicht, eventuell doch noch die große Überraschung zu schaffen. Doch die schwache Chancenverwertung machte die Hoffnungen ebenso zunichte, wie der Anschlusstreffer der Franzosen zwanzig Minuten vor dem Ende. Ribéry, der bester Spieler seiner Mannschaft war, setzte sich auf der rechten Seite durch und bediente den freistehenden Florent Malouda. Der eingewechselte Linksfuß vom FC Chelsea vollstreckte ohne Mühe aus sechs Metern (70.).
Damit war die Luft weitgehend raus. Südafrika bekam zunehmend schwere Beine und der feste Glaube an das Weiterkommen ging mehr und mehr verloren. So war es weiterhin eine engagierte Partie, allerdings ohne große, weitere Höhepunkte.
SCHLÜSSELSZENE
Der Platzverweis gegen Yoann Gourcuff schwächte die angeknackste Moral des Vize-Weltmeisters zusätzlich. Gerade hatten Frankreich das 0:1 kassiert, nun waren sie auch noch in Unterzahl. Davon erholte sich die Domenech-Elf nicht mehr.
SCHLÜSSELSPIELER
Die Gastgeber überzeugten mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Herausragend waren die Leistungen der beiden Mittelfeldspieler MacBeth Sibaya und Siphiwe Tshabalala. Den Franzosen war das Bemühen zumindest zu Beginn nicht abzusprechen, aber es mangelte an Esprit und Dynamik. Abou Diaby sah bei beiden Gegentreffern schlecht aus, er war der Wegbereiter zur zweiten Niederlage im dritten Gruppenspiel.
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Katlego Mphela war der auffälligste Akteur auf dem Rasen in Bloemfontein. Er erarbeitete sich eine Vielzahl von Chancen und erzielte das Tor zum 2:0. Mit etwas mehr Glück im Abschluss hätte noch öfter zugeschlagen.
SCHIEDSRICHTER: Oscar Ruiz (Kolumbien) – Note: 3.5
Der Unparteiische aus Südamerika reihte sich mit seiner völlig überzogenen roten Karte gegen Gourcuff in die dürftigen Leistungen seiner Kollegen in den vergangenen Tagen ein. Ansonsten hatte er mit der fairen begenung kaum Mühe.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von einem Punkt (grottenschlecht) bis zehn Punkte (weltklasse).
STATISTIK
Mit seinem Patzer vor dem 0:1 brachte Torwart Hugo Lloris die Franzosen auf die Verliererstraße. Überraschend, schließlich war der Schlussmann aus Lyon in dieser Spielzeit ein Muster an Konstanz. Dies spiegelt sich auch in den Castrol Rankings wieder, in denen er mit 732 Punkten auf Rang 59 liegt. Im Frühjahr war er soagr noch unter den Top 20 zu finden.
Der Unterhaltunswert dieser Partie war groß: strittige Schiedsrichterentscheidungen, große Torchancen, drei Treffer und zwischenzeitlich viel Spannung. Dazu die tolle Stimmung im Free State Stadium von Bloemfontein. Ein würdiger WM-Aschied der Gastgeber!
FAZIT
Die Franzosen verbaschieden sich mit einem mageren Punkt aus Südafrika und haben nun schwere Tage vor sich. Die „Bafana Bafana“ versöhnte sich durch diesen Erfolg mit den Fans.
Eure Meinung: Wie habt Ihr das Spiel gesehen?
Ersatzbank & Wechsel
Ersatzbank & Wechsel
Tor
Eigentor
Elfmeter
Elfmeter verschossen
Gelbe Karte
Vorlage
Elfmeter gehalten
Tor Elfmeterschießen
Fehlversuch Elfmeterschießen
Gelb-Rote Karte
Rote Karte
Einwechslung
Auswechslung
Verletzung
Goal.com Note
Man of the Match der Redaktion
Flop of the Match der Redaktion
Top & Flop Rang
Man of the Match der User
Flop of the Match der User
| Spieler | Tore | Elfmeter | |
|---|---|---|---|
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Diego Forlan Corazo
Angriff Uruguay |
5 | 1 |
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David Villa
Angriff Spanien |
5 | 0 |
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Wesley Sneijder
Mittelfeld Niederlande |
5 | 0 |
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Thomas Müller
Angriff Deutschland |
5 | 0 |
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Robert Vittek
Angriff Slowakei |
4 | 1 |


