Dusan Tadic: Sieben Assists, vier Tore - das ist Serbiens Schlüsselspieler auf dem Weg zur WM

Kämpfertyp, Teamplayer und eiskalter Vollstrecker: Southamptons Dusan Tadic verkörpert Serbiens fußballerische Renaissance wie kein anderer.
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HINTERGRUND

Sie sind nur noch einen Schritt von ihrem großen Ziel entfernt: Serbiens Kicker haben am Freitagabend (20.45 im  LIVE-TICKER ) im Spiel gegen Österreich die Chance, sich erstmals seit 2010 wieder für eine Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Mit 18 Punkten aus acht Spielen stehen die "weißen Adler", wie sie in ihrer Heimat genannt werden, ungeschlagen an der Tabellenspitze der Gruppe D. Vier Punkte trennen sie von den zweitplatzierten Walisern. Selbst ein Unentschieden oder eine Niederlage könnten - abhängig vom Ausgang der restlichen Spiele - für die sichere Teilnahme an der Endrunde in Russland im kommenden Jahr reichen.

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Die Euphorie im Balkan-Land ist deshalb so groß wie lange nicht mehr. Nach etlichen Enttäuschungen wäre die Qualifikation wie Balsam auf die Seele der zahlreichen enthusiastischen Fans. Gründe für die Rückkehr Serbiens auf die große Fußballbühne gibt es viele. Eine von ihnen ist Slavoljub Muslin, der das Amt des Cheftrainers im Mai 2016 übernahm. Seine Bilanz: 13 Spiele, sieben Siege, fünf Unentschieden und nur eine Niederlage in einem Test gegen die Ukraine. In der Gruppenphase konnte sein Team bislang nicht bezwungen werden.

Muslin brachte Ruhe, Kontinuität und Konzept

Muslin, 64, ist ein erfahrener Trainer, dem es gelungen ist, einen guten Mix aus talentierten Spielern (einige von ihnen wurden vor zwei Jahren U20-Weltmeister) und gestandenen Routiniers wie Kapitän Branislav Ivanovic, Nemanja Matic oder Aleksandar Kolarov zu finden. Zwar hat es auch in den vergangen Jahren nie an guten Spielern gemangelt - ein Team konnte bis auf Muslin keiner aus ihnen formen. Mit seinem variablen 3-4-3-System reizt er die Stärken des Kaders maximal aus und vermittelt eine klare Idee von Fußball. Bei den Spielern genießt er wegen seiner Art, die Mannschaft zu führen, hohe Akzeptanz.

Auf dem Feld ist derweil ein anderer ein Garant des Erfolges: Dusan Tadic. Der 28-Jährige, seit 2014 in der Premier League beim FC Southampton aktiv, hat mit sieben Vorlagen und vier Toren den Grundstein für den Weg nach Russland geebnet. In Muslins System ist Tadic einer der Flügelstürmer, die kreative Kraft Serbiens, immer bereit für den tödlichen Pass und mit gutem Auge für seine Mitspieler. Die Punkte gegen Irland (2:2), Moldawien (3:0), Österreich (3:2) und Georgien (3:1), sicherte er mit zwei beziehungsweise drei Torbeteiligungen pro Spiel quasi im Alleingang.

Tadic ragt bei Serbien heraus

Unvergessen bleibt sein Auftritt gegen Wales in Cardiff, diesmal ohne Torbeteiligung, als er ab der 35. Minute mit gebrochener Nase weiterspielte. Neil Taylor hatte ihn mit einem Tritt ins Gesicht die schmerzhafte und vor allem blutige Verletzung zugefügt. "Ich konnte nicht so gut atmen, habe auch nur noch verschwommen sehen können. Aber das spielt keine Rolle, wenn du für dein Land spielst und versuchst dein Bestes zu geben", hatte Tadic nach dem Spiel gesagt und damit jene Mentalität der Serben zum Ausdruck gebracht, die ihnen den letzten sieben Jahren nach der Weltmeisterschaft in Südafrika gefehlt hat.

Tadic hat den neuen serbischen Zusammenhalt verinnerlicht wie kein anderer dieser Mannschaft und zahlt das Vertrauen des Trainers mit Toren und Vorlagen zurück. "Der Trainer gibt mir viele Freiheiten und hat mir die richtige Rolle zugewiesen. So kann ich den Unterschied machen. Ich spüre die Wertschätzung und bin immer bereit, alles im Training und außerhalb des Platzes für ihn und mein Land zu tun", schwärmte Serbiens Nummer Zehn vor einigen Monaten im Gespräch mit Goal .

Sein Einsatz, ob als Kämpfertyp mit gebrochener Nase, als Teamplayer und Vorbereiter oder als eiskalter Vollstrecker haben sich (fast) ausgezahlt. Serbiens fußballerische Auferstehung könnte schon heute ihre Vollendung erfahren.